>Startseite >Jubiläum 2008 >Presse zum Jubiläum

 

Musikkapelle Heiden - Presse zum Jubiläum

 

Donnerstag, 18. Dezember 2008, 17:56 Uhr

100 Jahre im Takt

Musikkapelle Heiden, Dirigent: Christian Topp;
Jugendorchester Heiden, Dirigent: Andre Baumeister;
weitere Ensembles www.musikkapelle.heiden.de


[image]Wer auf Anhieb nicht sagen kann, wo die Musikkapelle Heiden zuhause ist, dem sei zuerst ein Blick auf die Internetseiten des Vereins und der Gemeinde Heiden empfohlen: Verwundert wird man feststellen, daß es sich um einen Ort im westlichen Münsterland handelt, der mit gerade mal 8.300 Einwohnern sowohl über ein sinfonisches Blasorchester mit mehr als 90 Aktiven, als auch über ein mehr als 50köpfiges Jugendorchester und drei weitere Ensembles verfügt. Wem das noch nicht genügt, der sei auf die in den Begleitexten der CD aufgeführten Erfolge beider Orchester verwiesen, aus denen Spitzenbewertungen beim Deutschen Musikfest 2007 in Würzburg herausragen. Überhaupt muß gleich eingangs das Booklet der CD lobend erwähnt werden: Manch großer Verlag könnte sich an dieser ambitionierten Amateurproduktion ein Beispiel nehmen.
Mit wie viel Begeisterung der ganze Verein bei der Sache ist, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß man zum 100jährigen Jubiläum bei keinem Geringeren als Thomas Doss eine Auftragskomposition anfertigen ließ, die die Programmfolge auf der CD eröffnet. Das "Triumphal Prelude" bildet eine musikalische Visitenkarte von Format, mit der das Können des Orchesters erstmals aufblitzt. Sicherlich wird diese Komposition in absehbarer Zeit in zahlreichen Konzerten auftauchen. Mit "Noah's Ark" von Bert Appermont liefern Christian Topp und sein Orchester einen weiteren Beweis ihrer hohen Leistungsfähigkeit. "Arsenal", der beliebte Konzertmarsch von Jan Van der Roost, und vor allem auch "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch" hört man selten so transparent und beschwingt wie hier, aber doch im richtigen Moment auch mit großer Klangpracht. Bei Steven Reinekes "Fate of the Gods" präsentiert sich das Jugendorchester als ebenso vielseitige wie hochwertig musizierende Gemeinschaft, die mit hoher Motivation ihre anspruchsvollen Aufgaben bewältigt und dabei nicht die Schönheiten des Details außer acht läßt. Dies gilt auch für das lyrische Tin-Whistle-Solo sowie für das Kontrastieren der diversen Register in "Prism", einer "Fantasy for Concert Band" von Steve Shafer.

Beispielgebende Vereins-CD

Kontrast ist nun das Stichwort: Die "Teufelsbuam" leiten ihren Namen vom "Teufelstisch" ab, einem Hünengrab in der Gemeinde Heiden. Mit der "Heidrun-" und der unverwüstlichen "Slavonicka"-Polka zeigt die Besetzung, dass sie auch Unterhaltungsmusik vom Feinsten zu spielen versteht, und dazu kann man sich vorstellen, welche Gaudi die "Buam und Deandln" mit ihrem Publikum haben, wenn sie bei Oktober-, Schützen- und ähnlichen Festen in Lederhosen und Dirndlkleidern (oder zumindest in dem, was man im Münsterland dafür hält) auftreten.
Die Rossiny's" - nicht nach Gioacchino, sondern nach ihrem Gründer so genannt - sind die Bigband der Musikkapelle Heiden, und sie können mit "Survive / What I am" und "Rockin' on Top of the World" echte Begeisterung für ihren Stil auslösen. Doch damit noch nicht genug der Vielfalt: Auch eine Brass Band ziert die Besetzungsliste des Vereins und der CD: Die "Brass Tones" brillieren mit zwei abwechslungsreichen und auf den Punkt genau musizierten Titeln: "Quintet" und "Bill Bailey" machen so richtig Spaß beim Zuhören.
Zum Abschluss geht das Große Blasorchester nochmals "in die Vollen": "The Lion King" wird von der Musicalbühne geholt und darf sich auf dem Konzertpodium mit all seiner Vielfalt "austoben"; "American Parrol" kommt als Glenn-Miller-Reminiszenz mit großer Klasse, und "The Lord of the Dance'' läßt sowohl in den einzelnen Registern als auch im Tutti die Freude am hochwertigen Musizieren hörbar werden. "Over and Out", ein schwungvoller Marsch, von dem man gerne näher erfahren würde, weshalb "dessen Einspielung für die Musikkapelle Heiden Ehrensache war", wie es im Begleittext heißt, beschließt eine CD, mit der die Herausgeber zum einen beispielgebend für viele sein können, und zum anderen einen wertvollen Beweis des hohen Niveaus ihres gesamten Vereins in dessen 100. Jubiläumsjahr liefern.
Wilhelm Schmid

Quellenangabe: "Musik zum Lesen" (Dezember 2008)

 

Sunday, 25. Mai 2008, 18:04 Uhr

Musik in allen Gassen

[image]
Viele Schaulustige lockte der Sternmarsch auf die Heidener Straßen.

Heiden. 100 Jahre im Takt: Rauschende Festtage liegen hinter den Mitgliedern der Musikkapelle Heidens. Mehrere Tage lang beherrschten zahlreiche Feiern den runden Geburtstag der Kapelle. Wie zum Auftakt der Feierlichkeiten, so wurde auch gestern zum Ausklang kräftig marschiert. Hunderte Besucher von nah und fern lockte der feierliche Sternmarsch zum Abschluss der Festtage in die Düwelsteen-Gemeinde. 15 Gastvereine mit mehr als 700 Musikanten, unter anderem aus Borkenwirthe, Burlo, Raesfeld, Reken, Velen, Weseke, Rhade, Lembeck und Wulfen waren auf Einladung des "Geburtstagkindes" beim Marsch mit flotten Klängen mit von der Partie.

Perfekt aufgestellt zeigten sich die Organisatoren der Musikparade. Im Minutentakt zogen die Musiker unter begeistertem Beifall der Zuschauer zum und durchs Zentrum von Heiden. Böllerschüsse hatten zuvor den Beginn des Marsches angekündigt. An den Heidener Musikern defilierten die Gäste mit flotten Rhythmen vorbei. Rund eine Stunde lang beherrschten die schmissigen, mitreißenden Lieder den Ort. Ziel der Parade war die Wiese am Pfarrheim St. Georg. Eine Kapelle nach der anderen trudelte auf der Freifläche ein. Die Gastvereine begrüßte Patrick Voßkamp, Erster Vorsitzender der Heidener Musikapelle. Am Ende der Festtage, bekundete er, sei "seine Gesichtsfarbe auf der Strecke geblieben". Aber: Zu einem unvergesslichen Ereignis seien die Jubiläumsfeierlichkeiten für die Musiker geworden, zog er Bilanz. Denn: Die Stimmung sowohl bei den Gästen als auch Gastgebern sei einfach großartig gewesen.

Grußworte richtete auch die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Brun an die Geburtstagskinder. Sie hob die hervorragende Jugendarbeit der Heidener hervor. Getreu dem Festmotto seien die Musiker über hundert Jahre hinweg stets "im Gespräch miteinander, im Takt miteinander" geblieben. Alle Musiker spielten sodann ein gemeinsames, unter die Haut gehendes Musikstück.

[image]
Die Mitglieder der Heidener Musikkapelle (rechts) nahmen gestern die Parade der befreundeten Musiker ab. (Fotos: Jünck)

Nach dem gemeinsamen musikalischen Auftritt schloss sich abermals ein Festzug der Musikvereine durch das Dorf an. Ziel des Marsches: die Westmünsterlandhalle. In geselliger Runde ließen dort die Musikanten den Festreigen ausklingen. Die Band "Biergarten Bloasn" unterhielt mit schwungvollen Rhythmen. Klar, dass da die Heidener Musikfreunde und ihre Gäste noch einmal ihre spannende Geburtstagsfeierlichkeiten Revue passieren ließen.

VON IRMGARD JÜNCK

26. Mai 2008 | Quelle: Borkener Zeitung

 

Samstag, 24. Mai 2008, 09:00 Uhr

Filme, Kaffee, Kuchen und ganz viel Musik

Beim Kaffeehausnachmittag spielten die Jungen vor / "Plattfööt" aus Borken in Klumpen dabei

[image]
Eine gut besetzte Westmünsterlandhalle beim Kaffeehausnachmittag (Foto: Konert)

Heiden (hhk). Wie der Name schon sagt, ist ein Kaffeehausnachmittag eher etwas für Ältere. Weil die Musikkappelle derzeit bis einschließlich zum kommenden Sonntag in prächtiger Feierlaune ist, möchte sie möglichst alle Gruppen in der Gemeinde an den Düwelsteenen an ihren Feiern zum 100. Geburtstag teilhaben lassen. Und es läuft richtig gut.

Am Freitag, kurz nach 15 Uhr, hieß der derzeit viel fotografierte Vorsitzende der Musikkapelle, Patrick Voßkamp (30), die rund 400 Teilnehmer willkommen und ermunterte, die kurzweiligen Stunden in vollen Zügen zu genießen. Dabei halfen die Mitglieder des Jugendorchesters und des Ausbildungsorchesters mit ihrer Musik sowie Franz Böckenhoff vom Heidener Filmteam mit den Titeln "Unser Dorf unter dem Regenbogen" und "Der erste Besuch der Muziekverenigung Prinzess Juliana aus Moergestel".

Mit einer Showeinlage heimste die Gruppe "Plattfööt" aus Borken in ihren Klumpen viel Beifall ein, und am Ende trumpften die Teufelsbuam mit gern gehörten Titeln auf.

Mit einem Gottesdienst (18 Uhr) am Samstag, 24. Mai, geht der vierte Tag der Festfolge weiter. Dann steigt das Jubiläumsfest in der Westmünsterlandhalle (20 Uhr) mit der Band "Night Flight".

Mit einem farbenfrohen Sternmarsch durch die Gemeinde endet dann am Sonntag, 25. Mai, der Geburtstagsreigen. 16 Gastvereine sind eingebunden. Der Aufmarsch wird gegen 14 Uhr beginnen.

Bildergalerie der BZ zu Kaffeehausnachmittag

24. Mai 2008 | Quelle: Borkener Zeitung

 

Samstag, 24. Mai 2008, 08:58 Uhr

"In die Herzen der Zuhörer gespielt"

FESTKOMMERS ZUM 100. GEBURTSTAG DER MUSIKKAPELLE HEIDEN

Ehrenteller, Pro-Musica-Plakette und reiche Anerkennung für das Geburtstagskind

[image]
Die stellvertretende Landrätin Gabriele Wahle und Arnd Bolten (r.), Volksmusikerbund, würdigten Verdienste der Musikkapelle und überreichten dem Vorsitzenden Patrick Voßkamp Ehrenteller und die Plakette des Bundespräsidenten.

Heiden (mge). Unerwartete Ehrungen, unzählige gute Wünsche und eine Menge noch besserer Musik, das kennzeichnete den Festkommers der Musikkapelle Heiden am Donnerstag in der Westmünsterlandhalle. Die Musik, die meiste jedenfalls, kam vom Jubilar höchstselbst. Vom Hauptorchester unter Leitung von Christian Topp, das den Auftakt mit "Prelude Triumphale" von Thomas Doss machte und später mit amerikanischer Unterstützung "Dixieland Jam" swingte. Und schließlich die Jugendkapelle unter Leitung von Andre Baumeister, die mit "Spanish Fever" den Schlusspunkt setzte.

Die Zahl der Gratulanten dazwischen war enorm groß. Schließlich ist die Musikkapelle eine feste Größe in der Gemeinde, und wenn die jubiliert, ist das ein Grund zum Feiern. Das meinte auch der Vorsitzende Patrick Voßkamp in seiner Begrüßungsansprache. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, mit der Polizei und der Feuerwehr, die erst kürzlich Grund zum Jubel hatte.

Vier Vereinsmitglieder stellte Voßkamp besonders heraus: Heinz-Gerd Möllmann, seit 25 Jahren stellvertretender Dirigent und etliche Jahre zweiter Vorsitzender und Karl-Heinz Voßkamp, der 26 Jahre die Geschicke der Kapelle als Vorsitzender mitbestimmt hatte. Vieles davon mit Christoph Wehling, insbesondere beim Bau des Hauses der Musik. Schließlich hat sich Wolfgang Harke viele Jahre als Koordinator in der Jugendausbildung gekümmert. Eine Menge ehrenamtliches Engagement.

[image]
Im Gespräch (v.l.): Karl-Heinz Voßkamp, Prof. Ludger Kremer, Josef Becker

"Wir können uns glücklich schätzen, in unserer Gemeinde ein so aktives Musikleben zu haben", schrieb Bürgermeister Heiner Buß ins Stammbuch der Kapelle und weiter: "Ihr habt den Namen unserer Gemeinde als musikalische Botschafter weit über die Grenzen unserer Region hinaus getragen. "Ihr macht nicht nur Musik, ihr spielt euch direkt in die Herzen der Zuhörer."

[image]
Das Hauptorchester spielte unter Leitung von Christian Topp.

In das Lob stimmten auch Pastor Dr. Matthias Mikoteit und Pastor Peter Schneiders ein. Johannes Röhring (MdB) und auch die stellvertretende Landrätin Gabriele Wahle wollten da nicht nachstehen. "Sie erreichen das, was Schule oft nicht erreicht: die Erkenntnis bei den Jugendlichen, dass Disziplin und Beharrungsvermögen etwas Schönes sein kann", so Gabriele Wahle.

Prof. Dr. Ludger Kremer skizzierte die Geschichte Heidens zur Gründerzeit der Musikkapelle. Damals habe es 2000 Einwohner gegeben, aber keinen Arzt, die Zähne zog ein Schmied im Aechterdarp, weil der die richtige Zange hatte, und erst seit fünf Jahren fuhr hier die Eisenbahn. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich zu dieser Zeit die Musikkapelle (die BZ berichtete). Vor den allgemeinen Glückwünschen konnte Arnd Bolten vom Volksmusikerbund NRW besondere Ehrungen vornehmen. Er heftete Heinz Gerd Möllmann für dessen 25jährige Tätigkeit die Cism-Medaille an. Für die Kapelle hatte er nicht nur einen Ehrenteller im Gepäck, sondern auch die "Pro-Musica-Plakette", die der Bundespräsident der Musikkapelle verliehen hat.

Bildergalerie der BZ zum Festkommers

24. Mai 2008 | Quelle: Borkener Zeitung

 

Donnerstag, 22. Mai 2008, 09:18 Uhr

Eine Flasche Schnaps für eine weitere Stunde

[image]

Ehrenmitglieder blicken zurück / 100 Jahre Musikkapelle

Von Hubert H. Konert

[image]
Walter Wehling (79) - Ferdinand Berger (76) - Georg Rohring (71) - Alfons Brun (81)
Fotos: pd/hhk

Heiden. Sie haben sich nie aus den Augen verloren. Einige von ihnen sehen sich fast täglich. Wenn Ferdinand Berger (76), Alfons Brun (81), Georg Rohring (71) und Walter Wehling (79) sich auf der Straße begegnen, beieinander stehen oder einmal im Monat zur Radtour aufbrechen, dann gibt es ein Thema, das fast so häufig wie das Wetter vorkommt.
Sie reden über eine Zeit, in der es keine Verstärker gab und man beim Spielen eines Erfolgsschlagers "mehr pusten" musste, wenn es das Publikum gern etwas lauter gehabt hätte. In Zeiten von CD-Brennern, MP-3-Playern und Entertainmentbusiness kaum mehr vorstellbar.
In ihren Gesprächen geht es um ihren Verein, um ihre Musikkapelle (MK). Die vier eint: Sie sind Ehrenmitglieder, Wehling gar Ehrenvorsitzender. Sie haben sich besondere Verdienste erworben. Ordnung muss sein. Die Auszeichnung ist ihnen auf Antrag des Vorstandes durch die Mitgliederversammlung verliehen worden. Für alle vier ist die Kapelle ein Stück Heimat, ein Lebensgefühl.
Als Ferdinand Berger 1932 geboren wurde, da gab es nicht viel. Kaum Geld für Instrumente und Noten, fast nichts für Uniformen und Schuhe. Das hat sein Vater, der in der Kapelle war, oft erzählt. Wie der Vater, so der Sohn.
Berger war 40 Jahre lang als Trompeter dabei. Das Instrument hat er geschenkt bekommen. Noch heute ist der gelernte Schreiner stolz, dazuzugehören. Zu denen, die eine CD zum 100-jährigen Bestehen eingespielt und eine Chronik veröffentlicht haben, die ihresgleichen sucht ansprechend in Wort und Bild.

[image]
1957 entstand dieses Bild, sind sich die Ehrenmitglieder der Musikkapelle Heiden sicher. In dem Jahr hat Walter Wehling den Vogel abgeschossen, animiert von Kollegen.

Wir alle sind "familiär vorbelastet", erzählt der ehemalige Schlagzeuger mit "Rhythmus im Blut", Walter Wehling, der heute Ehrenvorsitzender ist und wie alle anderen auch, an der Festfolge zum 100. Geburtstag teilnehmen will.
"In der Küche von Ignaz Wehling haben sie nach dem Krieg 1946 wieder angefangen", erzählt Alfons Brun (81). Er war mehr als 30 Jahre als Hornist im Verein. Auch er ist als Mechaniker zur Musik gekommen, "weil die Eltern mit uns geübt haben."
Die Männer, die "wie Pech und Schwefel" zusammenhielten und halten, halfen einander. Nicht nur beim Einspielen von Schlagern, Polkas und Cha-Chas, sondern auch beim Ausschachten von Baugruben und bei anderen Dingen zwischen Himmel und Erde, die Solidarität verlangen.
Natürlich wollten sie "akkurat gekleidet" sein. Ausgediente Polizeiuniformen haben sie aus Werl mit dem geliehenen Bus und auf dem Motorrad herangekarrt. Bevor sie die Schulen als Probenräume nutzten, übten sie im Spieker bei Roß oder in der Saatkammer bei Eversmann im Dorf. Sie haben sich Noten besorgt und "Musik als Bindeglied" kennen gelernt. "Noten kann man auf der ganzen Welt lesen", sagt Wehling.
Und sie haben zu anderen auf geschaut, wie die Musik machen, um sich weiter zu entwickeln. Ernst Mosch war so ein Musiker, den sie in ihrer aktiven Zeit bewundert haben. Hugo Strasser, Max Greger, Paul Kuhn und James Last waren andere wohlklingende Namen. Zur Münsterlandhalle sind die Heidener Hobbymusiker gefahren, um einige der Stars der Blas- und Unterhaltungsmusik zu hören.
"Wir waren Autodidakten", sagt Wehling, "erst später kamen Dirigenten zur Kapelle, die Musik studiert hatten." Besonders geärgert hat er sich, wenn andere abfällig von der "Botterramskapelle" gesprochen haben. "Das war das Unterste, das wollten wir nicht sein", sagt Wehling. Und: "Radaumusik" habe man nie machen wollen.
"Im Gegenteil", ergänzt Georg Rohring: "Wir waren hier Vorreiter in der Tanzmusik." Der 71-jährige gelernte Maurer, der seit über 50 Jahren als Hornist im Verein ist und im "Haus der Musik" nach dem Rechten sieht, erinnert sich an Auftritte in Wesel und Rüdesheim.
Bei Schützenfesten Prozessionen, in Gasthöfen und auf Bauernhochzeiten haben sie aufgespielt, und auch bei anderen Kapellen ausgeholfen und sich von Kollegen aushelfen lassen.
Wegen des Geldes haben sie keine Unterhaltungsmusik gemacht und sich die Nächte um die Ohren geschlagen, das beteuern alle vier. Die Liebe zur Musik habe sie angetrieben. Dass aber auch der strömende Gerstensaft dazu gehörte, wie der Wettkampf zur Vogelstange, macht Georg Rohring klar. "Wir waren Nassbläser", sagt er und die anderen lachen Schenkel klopfend zustimmend.
Mit der Gage sei es nicht weit her gewesen, berichtet das Quartett anhand von Einzelbeispielen. So habe man für einen ganzen Tag und eine ganze Nacht je Musiker nicht mehr als 15 Mark bekommen. Einer von ihnen kann sich noch genau an die Tanzmusik an einem Samstagabend in Heiden erinnern. Da sei man auf das Angebot der Wirtin Klara Ebbing eingegangen. Für eine Flasche Schnaps hätten sie eine Stunde lang länger gespielt. "Bei 16 Musikern waren das pro Mann zwei Schnaps", macht der Musiker die Rechnung auf.
Fast immer sind sie "im Hellen zu Fuß oder mit dem Fahrrad nach Hause gekommen". Die Krawatte war dann mehr als gelockert, der Blick leicht glasig und der Gang mitunter etwas wackelig. "Es war schön", sagen die vier Ehrenmitglieder, "es hat richtig Spaß gemacht."

Informationen zur Festwoche: www.musikkapelle.heiden.de

22. Mai 2008 | Quelle: Borkener Zeitung

1 2 3 4 5 »  Seite

Admin-Login | Script by Alex 2003